Grafologie

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FAQ

Antworten auf häufige Fragen

Viele Leute interessieren sich für die Grafologie, haben aber doch auch Fragen. Es ist richtig und wichtig, dass Fragen oder Ungewissheiten geklärt werden.
Manche Fragen werden immer wieder gestellt - Hier sind die häufigsten aufgeführt und beantwortet.

Informationen finden Sie in den Rubriken Publikationen zur Grafologie und Forschungsbeiträge.
Vielleicht sehen Sie sich auch im Literaturverzeichnis um?
Wenn Sie wissen möchten, welche Erfahrungen andere Leute mit der Grafologie gemacht haben, dann geben die Interviews einen interessanten Einblick.
Ihre Frage ist nicht dabei? Nehmen Sie direkt mit der Redaktion Kontakt auf!

Handschriftprobe

Eigentlich nichts besonderes. Verwenden Sie ein Schreibzeug, das Sie gerne benutzen, das Ihnen "liegt".

Und: Schreiben Sie einfach so, wie Sie es immer tun, wenn Sie nicht gerade eine Telefonnotiz hinkritzeln.
Vor allem: Versuchen Sie nicht, eine "schöne Schulschrift" zu produzieren, wenn Sie sonst anders schreiben. Weitere Tipps auf www.grapho.ch

Spielt es eine Rolle, ob man Druckschrift oder Laufschrift schreibt?

In erster Linie ist entscheidend, dass Sie so schreiben, wie Sie es sich gewohnt sind. Wenn Sie üblicherweise Druckschrift schreiben, dann verfassen Sie Ihre Handschriftprobe ebenfalls in Druckschrift. Wenn Sie manchmal Druckschrift und manchmal Laufschrift schreiben, dann legen Sie am besten zwei Schriftproben bei.

Beachten Sie auch die Seite "Aktuelle Situation".

Spielt es eine Rolle, ob man mit der linken oder mit der rechten Hand schreibt?

Ja, das muss unbedingt bekannt sein.
Wer mit der linken Hand schreibt, der oder die schreibt eigentlich "in die falsche Richtung"; man muss das Schreibzeug "stossen" und zudem darauf achten, dass das Geschriebene nicht gleich wieder verschmiert.
Durch die veränderte Haltung der Hand ergeben sich veränderte Eigenheiten; beispielsweise haben viele Linkshänder eine steile oder gar eine linksschräge Schrift.
Es gibt Leute, die eigentlich mit der linken Hand schreiben würden, aus unterschiedlichen Gründen aber "umgeschult" worden sind. Wenn das bei Ihnen der Fall ist, dann sollten Sie das auch mitteilen.

Meine Handschrift ist nicht immer gleich - wie kann etwas über meine Persönlichkeit gesagt werden?

Es ist zutreffend, dass wir nicht immer gleich schreiben.
Zum einen spielt es eine Rolle, ob wir schnell eine Notiz für uns selbst machen (dann kritzeln wir schnell etwas hin, das wir vielleicht selber nicht mehr genau lesen können) oder ob wir jemand anderem etwas schriftlich mitteilen wollen. In der Regel geben wir uns im zweiten Fall etwas mehr Mühe. Versuchen Sie selber!
Ihre beiden Schriften unterscheiden sich in erster Linie in der Genauigkeit der Formen. Davon abgesehen bleiben aber wesentliche Eigenarten bestehen.

(vgl. auch den Artikel von Teut Wallner dazu in Publikationen und die Schriftbeispiele von Druckschrift und Laufschrift.)

Ich schreibe nur noch sehr wenig von Hand - welchen Einfluss hat dies?

Sicher hat dies einen Einfluss - es ist gewissermassen ein Spiegel unserer Zeit.
Die Gewohnheiten beim Schreiben verändern sich laufend: Früher wurden die gesamte Geschäftskorrespondenz und die Buchhaltung von Hand geschrieben; also waren sehr leserliche Schriften gefragt, die möglichst wenig Eigenprägung aufwiesen (vgl. Bernhard Wittlich in Publikationen).
Wie in einer interessanten Studie von Robert Bollschweiler dargelegt wird der Einfluss von Notebook&Co. aber insgesamt überschätzt.
Zudem kommen immer wieder neue Schreibwerkzeuge auf den Markt: Gänsefeder und Tintenfass wurden schon längst abgelöst durch Füllfederhalter, Kugelschreiber, Faserschreiber, Gelstifte usw.
Schliesslich verändern sich auch gesellschaftliche Werte: der Schönschreibunterricht in der Schule wurde schon vor vielen Jahren abgeschafft, was bedeutet, dass Jugendliche schon viel früher ihre persönliche Handschrift entwickeln können.

Als lebendige Wissenschaft stellt sich die Grafologie darauf ein.

Abgesehen davon: Von Hand schreiben macht schlau: Handgeschriebene Notizen bleiben besser haften als getippte. Mehr dazu in einem neueren Zeitungsartikel.

Persönliche Angaben

Warum müssen mein Alter und meine Ausbildung bekannt sein?

Ganz allgemein: Alle Zusatzinformationen ermöglichen es dem Grafologen/der Grafologin, die Beobachtungen aus der Handschrift konkreter einzuordnen.

Zum Alter: Im Laufe unseres Lebens machen wir unsere Erfahrungen, es stösst uns auch vieles zu. Dies schlägt sich nicht nur beispielsweise in den Gesichtszügen nieder, sondern auch in unserer Handschrift.
Schreibt eine Siebzigjährige so schwungvoll wie eine Vierzigjährige, dann ist das ganz charakteristisch für diese Persönlichkeit: Sie hat eine überdurchschnittliche Spannkraft.

Zur Schulbildung: Diese Angabe lässt Rückschlüsse zu, wie viel von Hand geschrieben werden musste; wer z.B. nach der obligatorischen Schule eine handwerkliche Lehre gemacht hat ist weniger schreibgeübt als jemand, der oder die eine Mittelschule besucht und ein Studium gemacht hat.
Je öfter wir schreiben, umso eher werden die Formen ungenau (im Vergleich mit der Schulschrift). Sprichwörtlich dafür sind etwa die Arztschriften, die als unleserlich gelten - übrigens ein Vorurteil, das keineswegs immer zutrifft!
Schreibt also jemand mit einem umfangreichen Bildungsrucksack sehr leserlich, dann ist dies eine ganz persönliche Eigenheit, die entsprechend im Gesamturteil gewichtet werden muss, genau so, wie eine ausgesprochen gewandte und darum vielleicht weniger leserliche Schrift bei jemandem ohne lange Schulbildung.

Gibt es Unterschiede zwischen den Geschlechtern?

Psychologisch gesehen haben wir alle männliche und weibliche Anteile in uns.
Sicher ist es so, dass gewisse Merkmale häufiger in Schriften von Frauen auftreten und andere häufiger in Schriften von Männern. So ist es beispielsweise statistisch erwiesen, dass Frauenschriften tendenziell grösser sind als Männerschriften, sie sind runder und haben oft kleinere Längenunterschiede.
Entsprechend stark fällt es ins Gewicht, wenn Abweichungen davon zu beobachten sind.
Je nach der beruflichen Aufgabe kann diese Eigenart ein besonderer Vorteil sein. Um das richtig gewichten zu können muss eben das Geschlecht bekannt sein.

Wie steht es mit dem Datenschutz?

Es bestehen strenge Richtlinien über den Umgang mit grafologischen Gutachten.
Generell stehen Grafologinnen und Grafologen unter Schweigepflicht. Über den Inhalt eines grafologischen Gutachtens darf gegenüber Drittpersonen nichts weitergegeben werden.

Mehr dazu auf www.datenschutz.ch

Kann ein Gutachten über meine Handschrift eingeholt werden, ohne dass ich es weiss?

Der Fall ist klar: eine professionelle Grafologin, ein professioneller Grafologe wird niemals eine Handschrift untersuchen, wenn die schreibende Person das nicht weiss oder nicht damit einverstanden ist.

Es verstösst auch klar gegen den Datenschutz.

Darf ich wissen, was im Gutachten über meine Handschrift steht?

Hier greift das Datenschutzgesetz.

Auf alle Fälle haben Sie Anrecht auf Einsicht in das Gutachten über Sie. Viele Auftraggeber besprechen das Gutachten mit dem Kandidaten/mit der Kandidatin. Und viele geben auch eine Kopie ab.

Wenn es zu einer Anstellung kommt, dann wird das Gutachten im Personaldossier abgelegt.
Andernfalls muss das Gutachten vernichtet werden - sehr viele Auftraggeber händigen es dann der Kandidatin/dem Kandidaten aus.

Grundsätzlich darf eine Grafologin/ein Grafologe aber nicht von sich aus das Gutachten in Kopie abgeben, denn das Gutachten gehört dem Auftraggeber. Sie müssen sich also an ihn wenden.

Mehr dazu auf www.grapho.ch

Über Grafologie

Was ist der Unterschied zwischen Grafologie und Schriftpsychologie?

Grafologie ist der ursprüngliche Begriff dieses Teilgebietes der Psychologie. In der Umgangssprache ist dies immer noch die Bezeichnung dafür, dass eine Handschrift untersucht und gedeutet wird.
Man könnte auch sagen, dass "Grafologie" vor allem der analytische Teil dieses Verfahrens ist.
Aber nach der Analyse - die gewissermassen eine Sammlung von Puzzleteilen ergibt - ist die Synthese gefragt: Die Befunde müssen in einen Kontext gestellt werden und ein Persönlichkeitsbild ergeben. Dazu sind fundierte psychologische Kenntnisse nötig und von da her ist die Bezeichnung "Schriftpsychologie" eigentlich zutreffender.

Mehr dazu unter Wissenswertes .

Häufig wird der Nutzen der Grafologie in Frage gestellt

Das ist immer wieder zu hören - meist von Leuten, die sich nicht oder nur oberflächlich mit dem Metier auseinandergesetzt haben. Nur weil ein Vorurteil wiederholt wird, wird es nicht richtiger und zeigt, dass die betreffende Person sich nicht mit der Materie beschäftigt hat.
Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • Es ist für manche Leute etwas beunruhigend, wenn aus einer Handschrift auf persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten geschlossen werden kann.
  • Viele haben auch schlechte Erinnerungen an die Schulzeit, wo sie wegen der Schrift getadelt worden sind.
  • Manche Leute finden auch, sie hätten keine schöne Schrift, und das sei ungünstig für eine Handschriftanalyse.
  • Meist macht man sich aber falsche Vorstellungen, etwa dass aus einer Unterschrift oder einer kurzen Notiz schon "alles" gesehen werden kann oder dass die Grafologin "aus Distanz" Wesentliches erkennt. Das ist beides nicht möglich, denn eine gründliche Analyse braucht genügend Schriftmaterial und sehr viel Zeit.
  • Ein weiterer Grund ist kommerziell: Wer ein teures Analyseinstrument - beispielsweise mit Computerauswertung in Lizenz - verkaufen will, der ist nicht erfreut, wenn ein einfacheres und kostengünstigeres Verfahren mindestens gleich gute Aussagen machen kann. Da wird dann die Grafologie einfach schlecht gemacht und es gibt viele Leute, die das gerne glauben, weil sie der Meinung sind, nur etwas, das viel koste sei auch viel Wert. Bei näherem Hinsehen halten viele der teuren Instrumente nicht was sie versprechen, viele sind auch ziemlich spekulativ, obwohl am Ende eindrückliche Grafiken ausgedruckt werden können.

Lesen Sie doch die persönlichen Erfahrungen in den Interviews und machen Sie sich selbst ein Bild!
Mehr über die aktuelle Situation auch unter Wissenswertes. Über die Wissenschaftlichkeit unter Grafologie als Wissenschaft und unter Forschung.

Ich möchte gerne wissen, welche Erfahrungen mit Grafologie gemacht wurden

Eine Untersuchung der Schweizerischen Graphologischen Gesellschaft zur Qualitätssicherung zeigt, dass die Zufriedenheit hoch ist und dass die Ergebnisse als ausgesprochen gewinnbringend eingeschätzt werden.

Die Resultate dieser Umfrage sind nach einem Relaunch jener Website leider nicht mehr publiziert.

Persönliche Erfahrungen und Einschätzungen von Anwendern können Sie in den Interviews lesen.

Ist das Resultat der Handschriftanalyse ausschlaggebend für eine Zusage oder Absage?

Das dürfte nicht sein, denn ein grafologisches Gutachten ist nur ein Puzzleteil in einer ganzen Serie von Entscheidungsgrundlagen. Diese sind:

  • fachliche Qualifikationen (die oft sehr direkt überprüft werden können),
  • Arbeitszeugnisse,
  • Referenzauskünfte,
  • Verhalten in den Bewerbungsgesprächen und in den sonstigen direkten Begegnungen,
  • eventuell werden auch weitere Tests gemacht.

Zudem wird in der Regel auch geprüft, ob eine Bewerberin/ein Bewerber auch in das bestehende Team und zur Unternehmenskultur passen würde.

Wird jemandem eine Absage erteilt mit dem Hinweis, das grafologische Gutachten habe darüber entschieden, dann drängt sich der Verdacht auf, dass sich da jemand auf wenig professionelle Weise herausreden wollte.

Untersuchen Grafologen auch die Echtheit von Unterschriften oder Dokumenten?

Schriftvergleiche sind möglich. Es ist wichtig, dass genügend Vergleichsmaterial vorhanden ist und dass möglichst Originale zugänglich sind. Graphologinnen und Graphologen untersuchen genau, wo in den Schriften Übereinstimmungen und wo Unterschiede zu finden sind.

Im Spezialgebiet der forensischen Schriftuntersuchung, welches in der Regel nicht mehr von Grafologinnen und Grafologen abgedeckt wird, werden die Dokumente mit physikalischen und chemischen Methoden untersucht, z.B. mit UV-Licht oder Chromatografie der verwendeten Tinten usw. Ein Beispiel.

Mehr über dieses spannende Gebiet auf www.schriftvergleichung.de

Können auch Schriften von Kindern und Jugendlichen analysiert werden?

Ja, das ist möglich.

In der Handschrift von Kindern und Jugendlichen zeigen sich schon sehr früh persönliche Merkmale; allerdings sind diese meist nicht so deutlich wie in Erwachsenenschriften. Darum arbeiten nicht alle Grafologinnen und Grafologen mit Schriften von Jugendlichen, denn es braucht dazu auch zusätzliche psychologische Kenntnisse über die Entwicklungsstufe.
Aber gerade im Zusammenhang mit Ausbildungsfragen können aufgrund der Handschrift wichtige Informationen gegeben werden.

Verschiedene Grafologinnen und Grafologen haben sich mit Jugendschriften befasst, wie dies im Literaturverzeichnis auch zu erkennen ist.

Im Internet gibt es Gratistests über Handschriften - sind die gut?

Diese Tests haben nichts mit Grafologie zu tun. Wer die Seiten aufmerksam liest, der oder die erfährt, dass da jemand einfach etwas zusammengestellt (oder im Originaltext: "zusammengeschustert" hat).
Die Fragen scheinen einfach, aber es wird nicht definiert, was z.B. als grosse oder als kleine Schrift gilt. Wer den Test macht, hängt also allein schon deswegen in der Luft bzw. macht oft unzutreffende Angaben.

Zudem sind die Antworten recht beliebig und widersprechen sich inhaltlich häufig - auch das ein Hinweis darauf, dass da jemand einfach ein bisschen "gespielt" hat.

Beachten Sie auch den Artikel "Graphologie ist keine Spielerei". 

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