Grafologie

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Handschrift im Fokus

Grafologie

Graphologie ist die ursprüngliche, von Jean Hippolyte Michon gewählte Bezeichnung der Wissenschaft von der Handschriftendeutung.
Dieser Begriff ist auch heute noch im Alltag gebräuchlich, auch wenn zutreffender von Schriftpsychologie gesprochen werden müsste.
Zusätzliche Informationen finden Sie auf der Seite Geschichte.
Genaueres über die Arbeitsweise lesen Sie auf www.grapho.ch

Schriftpsychologie

Schriftpsychologie ist diejenige Teildisziplin der Psychologie, welche die Entstehungsbedingungen sowie die Erfassbarkeit und diagnostische Auswertbarkeit der Handschrift erforscht.
Seit den 1960er Jahren wird die Schriftpsychologie in Abgrenzung zur Graphologie als empirisch fundierte und kontrollierte Methode der Handschriftendiagnostik entwickelt. Schriftpsychologie erforscht die Schreibhandlungen und ihre Bedingungen mit psychologischen Methoden. (Oskar Lockowandt).
Vor allem Teut Wallner vertritt sehr engagiert die Ansicht, dass zwischen Grafologie und Schriftpsychologie klar unterschieden werden müsse. Mehr dazu in der Literatur.

Schriftexpertisen

Schriftexpertisen werden erstellt, wenn untersucht wird, ob ein Dokument echt oder gefälscht ist, ob es von einer bestimmten Person geschrieben oder geändert worden ist. Wie ein solcher Schriftvergleich erstellt wird und wie dabei vorgegangen wird, das können Sie exemplarisch anhand einer Publikation über eine historische Schrift mitverfolgen.
Robert Bollschweiler hat diverse interessante Fälle zusammengestellt: Die vorgebliche Zarentochter Anastasja, die Dreyfus-Affäre in Frankreich, die angeblichen Tagebücher von Hitler seien als Beispiel erwähnt.

Forensische Schriftuntersuchung

Ebenfalls mit Handschriften befasst sich die forensische Schriftuntersuchung. Sie überprüft, ob ein Schriftstück echt ist (z.B. Papierqualität, Zusammensetzung der Tinte), ob eine Handschrift gefälscht worden ist oder ob an einem Dokument etwas verändert wurde.
Dabei werden physikalische und chemische Methoden (UV-Licht, Chromatographie, Stereomikroskop usw.) angewendet.

Ein gefälschter Check

Gefälschter Check von Auge

Von blossem Auge zeigt sich ein Check wie nebenstehend.
Es kann nicht absolut sicher entschieden werden, ob das Dokument manipuliert worden ist.

Placeholder image Im UV-Licht sind Manipulationen sichtbar, denn nicht alle Zeichen werden in gleicher Farbe abgebildet.
Es ist zu erkennen, dass der Betrag um eine Zehnerstelle vergrössert wurde und dass zudem die Währung geändert worden ist.
Foto Kantonspolizei Zürich

Graphotherapie

Die Graphotherapie ist eine Art von Psychomotorischer Therapie. Mit gezielten Übungen wird die Konzentrationsfähigkeit und Rhythmisierung oder die Lockerheit und Entspannung einer Person trainiert.
Mehr darüber in französischer Sprache (aus der Schweiz) und in deutscher Sprache (aus Deutschland).

Kalligraphie

Hingegen hat die Kalligraphie nichts mit Grafologie zu tun. Es ist die Kunst des schönen Schreibens, die in verschiedenen Kulturen gepflegt wird. In Europa wurden vor allem in den Klöstern Texte in Schönschrift abgefasst. Für viele ist Kalligraphie heute ein gerne ausgeübtes Hobby; das Angebot an entsprechenden Werkzeugen ist umfassend.
In der arabischen, der hebräischen und vor allem auch in den asiatischen Kulturen hat die Kalligraphie vielerorts einen hohen Stellenwert, weil sie mit philosophischen und religiösen Praktiken zusammenhängt.

Autographen

Sammler von Autographen interessieren sich für handschriftliche Zeugnisse von berühmten, hauptsächlich historischen Persönlichkeiten.
Autographen sind in jedem Fall eigenhändigen Texte, von der Unterschrift bis hin zum umfangreichen Manuskript. Autographensammler interessieren sich für kleine Korrekturen, Randnoten, kurze Notizen, Widmungsblätter, Briefe, Gedichte, Notenschriften bis zu ganzen Manuskripten von Büchern. Von Interesse ist für diese Sammler das Handschriftliche als authentisches Zeugnis einer Persönlichkeit in ihrer Zeit.
Mehr Informationen bei der Arbeitsgemeinschaft der Autographensammler e.V. oder auf Brandes Autographen.